Als ich von der Canon 5D MKii auf dessen Nachfolger gewechselt habe, war einer der wirklich merkbaren Unterschiede der Autofokus. Zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk, Kreuzsensoren zum Saufüttern, sogar zwei gleichzeitig und unabhängig voneinander ansteuerbare AF Punkte/Felder hatte ich in Verwendung – je nachdem, in welchem Teil des Bildes ich gerade fokussieren musste – kurz gesagt: ein Traum.
90% der geschossenen Konzertfotos konnte ich anstandslos verwenden, scharf war das das scharf sein sollte.

Und jetzt? Statt 41 Kreuzsensoren manueller Fokus. Back to the roots, quasi. Wobei meine „roots“ ja genau genommen der lieb gewonnene Autofokus ist.

Also – wie wars?
Ich muss ehrlich sein – die Canon 5D MKiii war (und ist) ein Monster, wenn es um den Autofokus und dessen Treffsicherheit geht. Wobei das natürlich nicht zu 100% an der Kamera selbst liegt sondern an meinen Objektiven, die an der neuen Sony A7s nun alle manuell zu fokussieren sind.
Mit dem 35mm Objektiv hatte ich selbst bei Blende 1.4 kaum Probleme, da ist die Schärfeebene groß genug – mit dem 135mm allerdings war etwas Glück nötig, um alles so zu fokussieren, wie ich wollte. Im Endeffekt verwenden konnte ich vom gesamten Konzert etwa 40% der Fotos. Dass die Ausbeute bei einer entspannten Jazzband oder dem Unterwichtelbrunner Kirchenchor höher wäre, ist nachvollziehbar.

 

ISO 6400

ISO 500

 

Was ist nun der Vorteil der Sony A7s?
Auch wenn der Autofokus fehlt kann ich zumindest in die Belichtungszeiten problemlos bis zu 1/250stel (und wie ich im nachhinein bemerkt habe sicher auch bis 1/500stel) runter drehen. Das hat den Vorteil, dass ich selbst den sportlichsten Gitarristen ohne Bewegungsunschärfe aufs Bild bekomme. Vorausgesetzt natürlich, ich komme mit dem manuellen Fokussieren nach. Es ist momentan einfach ein zweischneidiges Schwert. Kein Fisch, kein Fleisch, quasi. Sobald Sony oder ein Fremdhersteller ein gutes 135mm Objektiv mit 2.0er Blende und Autofokus für den Sony FE-Anschluss – den hat die A7 Reihe nämlich – raus bringt, werde ich mir das zulegen. Bis dahin muss ich wohl mit dem Ausschuss leben und den Verschluss der Kamera etwas mehr quälen, als mit Autofokus-Objektiven nötig wäre.

 

ISO 640
ISO 3200ISO 2000

Beide Bands waren übrigens sehr unterhaltsam, vor allem die „Mundwerk Crew“ aus Deutschland haben mich wirklich positiv überrascht. Die „Makemakes“ sind leider etwas zu Abseits meines Musikgeschmacks unterwegs, prinzipiell aber alle top Musiker.
Alle Fotos in einer Gallerie sind übrigens hier zu finden: Klick!

Nachdem ich so überrascht war hier – zum selbst Überzeugen – ein Livevideo der Mundwerk Crew aus 2013: