Photography

19.03.2015 | Grüner See bei Neumond

Einer der meistbesuchten Orte seit meinem Umzug nach Graz ist der Grüne See bei Tragöß. Vor allem im Frühling wunderbar, alles blüht und der Wasserstand ist recht hoch – dazu kristallklares Wasser, ein Traum.
Wie gesagt: Im Frühling. Momentan ist’s eher ein größerer Tümpel. Keine Fische, nur Steine, nichts blüht. Trotzdem hat mich der See mal wieder gereizt, vor allem auch der als wolkenlos vorhergesagte Himmel samt Neumond (also gar keinem Mond). Und: Ich wollte wissen, ob man in Österreich auch irgendwo Sterne ohne Lichtverschmutzung aus umliegenden Städten fotografieren kann.

Seit ich die Sony A7s habe, bin ich Fan von “Sternenfotos”. Ich spreche nicht von diesen Astro-Nerd Fotos, bei denen man formatfüllend ganze Nebel und Galaxien sieht und verprügelt wird, wenn man einen Himmelskörper falsch interpretiert (“Du Idiot, das ist kein Stern, das ist die Venus”). Mir geht’s eher um die vielen kleinen Pünktchen am Nachthimmel “als Gesamtes“, im Idealfall mit gutem Vordergrund.

Außerdem habe ich endlich mein Voigtländer Nokton 35mm 1.2 Objektiv – meine Nachtsichtausrüstung ist also vollständig. Dem Objektiv werde ich nach etwas Einarbeitungszeit einen eigenen Blogeintrag widmen.
(Leider hat Amazon auf den Versand meines Kabelauslösers vergessen, somit musste ich mich mit maximal 30 Sekunden Belichtungszeit begnügen. Ich plane aber jetzt schon meinen Ausflug Mitte April – inklusive Belichtungszeiten jenseits der 60 Minuten. Ich suche momentan nur noch ein neues Spiel für das iPad um mir damit die Zeit im Auto vertreiben zu können).

So sind wir – ich war mit einem Freund unterwegs – also um etwa 20:30 Uhr am See angekommen und haben uns ein lauschiges Plätzchen für unsere Kameras und Stative gesucht. Ohne Stirnlampe sah man nicht mal seine eigenen Füße, so dunkel war es. Wobei es mich immer wieder fasziniert – nach wenigen Sekunden konnte man Berge, Bäume und Felsen auch ohne Lampe tatsächlich klar als Umrisse erkennen, nach fünf Minuten konnten wir uns ohne Lampe herumbewegen, obwohl die Landschaft nur durch Sterne beleuchtet war. Die Kamera braucht zum Scharfstellen natürlich trotzdem etwas Licht, zumal die Unendlich-Entfernungsangabe auf den Objektiven nur selten stimmen.

Zuerst wollte ich mal das neue 35mm Objektiv testen – leider keine Ideale Brennweite für Landschaften, aber die Blende von 1.2 hat mich zu sehr gereizt – gerade in der Nacht. Das Ergebnis sieht folgendermaßen aus:

ISO 4000

Ich liebe diese unscharfen Sterne im Hintergrund – ist also in begrenztem Rahmen doch landschaftstauglich, das Objektiv – wenn auch nicht in der klassischen Landschaftsfoto-Herangehensweise. Die Sache mit den Glitzerpünktchen im Hintergrund ist sicher noch ausbaufähig – da bleib ich dran.
Ich wollte immer schonmal die Milchstraße fotografieren – so wie man es aus anderen Bildern im Internet kennt, als superhellen Streifen am Himmel. Zum Ersten kann man die Milchstraße im Winter aber angeblich nicht so gut sehen wie im Sommer, zum Zweiten sieht man sie erst in der zweiten Nachthälfte, zum Dritten arbeiten die meisten Astrofotografen mit Stacks, sprich: Mehrere Fotos werden übereinander gelegt.
Alle Angaben ohne Gewähr – wusste ich leider damals noch nicht, somit bleibt mir nur die Einbildung, dass man die Sternennebel hier etwas erahnen kann – vor allem am kleinen Vorschaubild.

ISO 3200
 

Zum Schluss noch eine relativ klassische Landschaftsaufnahme inklusive Vorder – und Hintergrund. Mangels lichtstarken Weitwinkel leider nur mit Blende 4, somit schärfentechnisch nicht ganz so pipifein, aber trotz ISO 12800 zu gebrauchen.

ISO 12800
 

Coming Soon: Ein kleiner Voigtlander Nokton 35mm 1.2 Erfahrungsbericht.