Photography

02.03.2015 | Sony A7s – erster Einsatz in der Landschaftsfotografie

Ich gebe zu:  ich war etwas besorgt. Klitzekleine Akkus mit wenig Leistung und keine einzige, native Sony Linse im Rucksack – klingt vielversprechend. Aber alles der Reihe nach:

Mit einem Fotografenkollegen und Freund war ich in Salzburg (dem Bundesland, nicht der Stadt) und für einen Sprung am Heimweg in Hallstatt zu Besuch.
Die Salzburger Gegend kenne ich mittlerweile recht gut – hier habe ich 2011 meine Sympathie für die Landschaftsfotografie zum ersten Mal wirklich bewusst wahr genommen und – hauptsächlich mithilfe eines Workshops, dessen fantastische Mentoren und mittlerweile Freunden – lieben gelernt.

Im “Felsenbad” (das im Sommer angeblich zum gemütlichen Plantschen einlädt, momentan dem Plantschen aber eher einen recht ungemütlichen Erkältungstod nachziehen würde) fällt mir nach dem ersten Einarbeiten auf, dass die RAW Dateien irgendwie “flacher” sind, als die der Canon Kameras. Zumindest bilde ich mir das ein – kann natürlich daran liegen, dass die Sony (bei der Nachbearbeitung merkbar) mehr Reserven in den dunklen Bildteilen hat und diese vielleicht das gesamte Bild etwas “flauer” aussehen lassen. Zumindest macht das in meinem Pseudo-Fotografenhirn irgendwie Sinn. Das fällt mir aber auch in Lightroom auf – wird schon was dran sein.

Zuerst das Original nach dem Import. Rechts sieht man schon mal die Anpassungen in Lightroom.

ISO 320 / F16 / 20 Sek
 

Hier dann mein fertiges Bild nach Lightroom und Hochpassfilter in Photoshop.

ISO 320 / F16 / 20 Sek
 

Das Wetter war bescheiden, die Gegend ist allerdings sehr sehenswert und nicht sonderlich bekannt. Dank Spikes auf den Schuhen sind wir auch trocken wieder zum Auto gekommen. 70cm tiefer Schnee samt unsichtbarer Löcher und Spalten zwischen Steinen haben die Sache aber etwas abenteuerlich gemacht.

Zum Thema Akkus: Laut Sony schafft man mit einer Ladung etwa 320 Fotos – das wird realistisch gesehen auch hinkommen, aber gerade bei Landschaftsfotos läuft das sowieso eher gemütlich ab. Ich hatte also keine Probleme mit ausgehender Stromversorgung und hätte mir den panisch bestellten, dritten Ersatzakku eigentlich sparen können. Aber die erste Hochzeitsreportage kommt bestimmt – bis dahin werde ich mir sicherheitshalber noch den einen oder anderen Akku leisten. Safety First.

Aber – und das ist ein richtig großer Kritikpunkt für “Umsteiger” wie mich:
Nachtrag 4. März 2015: Problem gelöst

Der Betrieb von Canon Objektiven via Adapter ist etwas problematisch. Dabei ist es egal ob man einen 400€ Metabones Adapter oder einen 80€ Chinaadapter verwendet.
Beide Bilder auf dem nächsten Screenshot sind gleich bearbeitet und von der gleichen Position aufgenommen. Einziger Unterschied: Beim Rechten Bild hatte ich meine Hand rechts über das Objektiv (Canon 17-40mm 4.0L) gehalten. Deutlicher Unterschied, oder?

Diese “hellen Stellen“, die bei Nachtaufnahmen mit hellen Lichtquellen knapp außerhalb des Sichtfeldes der Linse um ein vielfaches schlimmer sind, kommen von dem leider nicht “entspiegelten” Material im Adapter für Canon Objektive. Nun werde ich mir eine Art “Velourfolie” bestellen und versuchen, den Adapter damit auszukleiden. Das sollte das Problem lösen – auf diversen Internetseiten gibt es bereits positive Rückmeldungen. Zum Glück steh’ ich ja auch total auf Basteln und filigranen Scherenschnitt…

 

Adapterproblem
 

Abgesehen davon funktioniert der Adapter ohne Qualitätsverlust – Autofokus habe ich gar nicht erst verwendet.

Weiter gehts:
Am Abend fuhren wir dann nochmal in den “Auslauf” der Tauglschlucht um ein paar Nachtfotos zu machen. Leider pfuschte uns der Mond etwas in das Vorhaben – trotzdem ein kleiner Praxistest bei ISO 12800, das meiner Meinung nach mit etwas entrauschen (unteres Foto; oben ist die unbearbeitete RAW Datei zu sehen) problemlos zu verwenden ist. 25600 geht auch noch, ab 56200 ist mir die Nacharbeitung bezüglich entrauschen schon zu zeitaufwendig – das würde ich also nur im Notfall einsetzen. Auto-ISO lasse ich somit beim “normalen” Fotografieren von 100 bis 56200 (bei der Canon 5DIII hatte ich die AutoISO Einstellung von 100 bis 6400 begrenzt).

 

 

ISO 12800 / F11 / 15 Sek
ISO 12800 / F11 / 15 Sek
 

Hier noch ein  Foto bei ISO 5000, 30 Sekunden belichtet, welches mir recht gut gefällt. Natürlich auch entrauscht, aber bis ISO 6400 ist das fast nicht nötig – zumindest nicht für Webauflösung.

ISO 6400 / F11 / 30 Sek
 

Bei der Heimfahrt hielten wird dann noch in Hallstatt. Den Ort kannte ich bisher nur von Fotos – ist schon etwas Besonderes. Wir plauderten beim Warten auf die Abendstimmung mit vier Fotografen aus Kuwait. Abgesehen von ihnen und ein paar wenigen Asiaten, die aus Reisebussen ausgespuckt wurden und fleißig mit ihren Selfie-Stangen fotografierten, war es sehr ruhig vor Ort. Etwas zu ruhig – ich hätte mir etwas mehr Beleuchtung und Licht in den Fenstern gewünscht.
Übrigens: Das Foto war gestern in den Top5 der 500px “Popular” Seite – bin ein kleines bisschen Stolz darauf.

ISO 250 / F6,3 / 15 Sek
 

Ein klein wenig Gedanken habe ich mir auch um die Auflösung von “nur” etwa 12 Megapixel gemacht. Spätestens beim Scharfstellen über das Display und die Zoom-Taste sind die Sorgen aber gleich vor Ort wieder verflogen.
Um sich etwas unter “nur 12 Megapixel” vorstellen zu können, hier noch ein Screenshot der 100% Ansicht in Lightroom:

ISO 250 / F6,3 / 15 Sek
 

Fazit für Landschaftsfotos:
Gute Kamera, definitiv ein Top-Teil das ich – vor allem für ruhige und entspannte Fototripps – jeder Canon 5D III vorziehen würde. Eine Meinung für Konzertfotos und Hochzeitsreportagen werde ich natürlich nachliefern, sobald ich mir eine gebildet habe.