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Sony A7s – ein erstes Kennenlernen (ISO Test)

Nach der Canon 350D, Canon 40D, Canon 5D, Canon5D MKII und zuletzt Canon 5D MKIII ist es nun also passiert: Ich bin (stolzer?) Besitzer einer Sony A7s.

Warum?

Gemäß dem Motto “die beste Kamera ist die, die man dabei hat“, hat es mich im laufe der Zeit immer mehr genervt, meine “große” Kamera immer nur – ich nenne es jetzt Mal – “bewusst” dabei zu haben. Seien es Hochzeiten, Konzertfotoaufträge oder auch “stinknormale” Städtereisen. Die 5D war nur dann dabei, wenn ich mit dem Ziel, gute Fotos machen zu wollen, unterwegs war. Wenn ich mal mit der Familie unterwegs war oder mit dem Neffen im Park spazieren ging fehlte die Kamera meistens – war einfach ein reines Arbeitstier zum Geldverdienen oder Postererzeugen. Groß, schwer und – zugegeben – extrem zuverlässig.

Mangels “Geldscheißer” habe ich nun also meinen Canon Body verkauft und mir eine Sony A7s gegönnt. Ursprünglich wollte ich eigentlich die normale A7 – dachte mir in letzter Zeit aber immer öfter: “Warum nur drei Vorteil gegenüber der 5D (Größe/Gewicht/Sensor), wenn ich auch vier haben kann (Größe/Gewicht/Sensor/HighISO)”. Die Nachteile (schlechterer Fokus, Batterielaufzeit, Objektivauswahl) werden im Kaufrausch natürlich vorerst ausgeblendet – ich fürchte mich schon vor meiner ersten Hochzeit mit der A7s.
Wirklich ernsthaft fotografiert wird in Kürze erst in Salzburg, trotzdem war ich gestern an der Grazer Mur unterwegs um ein paar schnelle Testschüsse hinzulegen.

Abgesehen davon, dass der elektronische Sucher und das Display trotz Nacht und kaum Beleuchtung durch die Straßenlaternen taghell war, war ich recht beeindruckt von den Bilder bei höheren ISO Zahlen.
Hier ein Beispiel bei ISO 32000, 1/5tel Sekunden belichtet und etwas nachbearbeitet in Lightroom (Klarheit, Aufhelllicht, entrauschen).
Leider ist der Hintergrund wegen etwas zu kleiner Blende schon etwas unscharf, der Kies im Vordergrund ist aber beachtlich detailiert.
Nochmal – ISO 32000! Bei meiner 5D MKIII sahen die Fotos irgendwo zwischen 6400 und 12800 schon deutlich schlechter aus. Nicht unbedingt vom reinen Rauschen her – eher wegen der Details, die bei solche hoher Lichtempfindlichkeit des Sensors einfach verschwinden.

32000  1 fünftel sekunde

Nun werde ich solche Isozeiten eher bei Konzerten einsetzen als bei Landschaftsfotos, trotzdem ist es ein nettes Feature. Ich wollte einfach mal eine “Brandungswelle” bei Nacht fotografieren – ganz ohne Langzeitbelichtung oder Blitz – jetzt geht das.

Aber: Vor allem ab ISO51200 habe ich einen violetten “Schimmer” am linken, unteren Bildrand bemerkt. Zwar nur ganz am Rand – trotzdem: Das finde ich mehr als störend – vor allem weil das restliche Bild trotz solch hoher Isozahlen noch gut aussieht und sehr wohl verwendbar ist. Der Schimmer taucht zwar beim Auslösen mit elektronischem Verschluss nicht auf – allerdings kann die Kamera dann auch keinenDarkframe” machen und bei Zeiten ab 1 Sekunde kann die Langzeit-Rauschreduzierung nicht verwendet werden da ja nichts den Sensor abdunkelt – ergo: es rauscht merkbar stärker.

Nun aber ein für mich weit interessanterer Vergleich: Aufhellen bei niedriger ISO

Im oberen Bild ist die “Vorher” Ansicht zu sehen – die Regler rechts bitte auf Mittelstellung vorstellen. Quasi das unbearbeitete Raw Bild also.
Im unteren Bild sieht man sehr gut, wie viel Reserven die Bilddateien noch in den Tiefen speichert und per Lightroom / Rawconverter noch rausgeholt werden kann. Man beachten den “Tiefen” Regler auf 98 und dass ich die Belichtung zusätzlich um fast 2 Blenden hochgedreht habe. Lieber Mr. Sony: Ich bin beeindruckt!

A7s vorher
A7s nachher 

Nun denn – mehr konnte ich bisher noch nicht testen, aber das nächste Wochenende steht vor der Tür.